Orhan Müstak

Orhan Müstak wuchs ursprünglich in dem kurdischen Dorf Cinibir in der südosttürkischen Provinz Sirnak auf, nahe der syrischen und irakischen Grenze. Dort arbeitete er mit seiner Familie unter harten Bedingungen, um deren Versorgung zu sichern. Mit Beginn der Schulpflicht wurde Orhan gemeinsam mit einem seiner Brüder in einem Internat untergebracht, das sich in einer entfernten türkischen Stadt befand, wo er die türkische Schule bis zur dritten Klasse besuchte. 1995 (mit zwölf Jahren) flüchtete Orhan gemeinsam mit seinen Geschwistern nach Deutschland, der Vater kam einige Zeit später nach. Nachdem hier der Aufenthalt als Asylbewerber für die Familie geregelt war, konnte endlich die Mutter und das jüngste Kind nachgeholt werden. Nach Aufenthalten in verschiedenen Asylunterkünften wurde die Familie schließlich in Berne bei Oldenburg heimisch. Während seiner Jugend in Deutschland arbeitete er als Aushilfe im Bereich: Dachdecker, Dönerverkäufer, Pizzabäcker, Zeitungsausträger und später auch als Servicekraft in einem Cinemaxx-Kino.

Der Besuch eines Theaterpädagogen an der Hauptschule, die Müstak damals besuchte, brachte ihn erstmals in Berührung mit der Schauspielerei. Nach dem Abschluss der Hauptschule in Berne erwarb Müstak den Realschulabschluss in Lemwerder und 2004 die Fachhochschulreife in Delmenhorst und Oldenburg. Während seiner Schulzeit sammelte er Schauspielerfahrungen in Jugendtheatergruppen in Berne, Lemwerder (Splash) und Oldenburg (Rollentausch und Jugendklub der Kulturetage). Zudem erhielt er eine kleine Sprechrolle in der Weihnachtsinszenierung "Das Dschungelbuch" am Oldenburgischen Staatstheater. Nach dem erlangen der Fachhochschulreife studierte Müstak zunächst von 2005 bis 2006 Informatik und von 2006 bis 2007 Wirtschaftsingenieurwesen Bauwirtschaft an der Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven. Gleichzeitig bewarb er sich an Schauspielschulen; nach insgesamt sieben Absagen wurde er 2007 zum Schauspielstudium an der Hochschule für Musik und Theater Rostock angenommen, dass er 2011 mit der Diplomprüfung abschloss. Nach dem Abschluss seines Studiums war er 2011 als Gastschauspieler am Schauspiel Dortmund in der Hauptrolle des Stücks "Heimat unter Erde" zu sehen. 2011 bis 2013 ist er Ensemblemitglied des Theaters Freiburg und spielte dort unter anderem die Titelrollen in "Michael Kohlhaas" nach Kleist und in "Die Leiden des jungen Werther" nach Goethe. Einem breiteren Publikum wurde er ab 2013 durch die Fernsehserie "Danni Lowinski" bekannt, wo er in der vierten und fünften Staffel die Rolle des Orkan Topal spielte, einen kurdischen Schlüsseldienstmitarbeiter mit kleinkrimineller Vorgeschichte. Auch weiterhin steht er immer wieder für verschiedene Film und Fernsehproduktionen vor der Kamera und arbeitet zur Zeit freiberuflich an verschiedenen Theatern in Deutschland und der Schweiz.