Hertha Borchert und ihr Sohn Wolfgang

Lesung und Vortrag mit Ada-Verena Gass

- Studio

Vergleich von Wolfgang Borcherts "Draußen vor der Tür" mit den plattdeutschen Texten seiner Mutter

Im Rahmen des Plattdüütschdag 2018 und begleitend zu unserer Inszenierung von Buten vör de Döör präsentiert die ehemalige NDR-Autorin Ada-Verena Gass ein besonderes Thema: Sie vergleicht die plattdeutschen Texte von Hertha Borchert (1895-1985) aus Kirchwerder mit dem Werk Draußen vor der Tür ihres Sohnes Wolfgang.

Während Hertha Borchert ihre Texte für Zeitungen und Rundfunk auf Plattdeutsch verfasste, entschied sich ihr Sohn Wolfgang Borchert dafür, auf Hochdeutsch zu schreiben. Gleich nach Kriegsende – er war zu dieser Zeit bereits schwer krank – begann er ebenfalls mit kurzen Texten für Zeitungen. Im Herbst 1946 verfasste er bereits bettlägerig innerhalb einer Woche das bis heute bekannte Drama Draußen vor der Tür. Der NWDR sendete dann es sofort im Februar 1947 als Hörspiel. Nicht zuletzt lag es an seiner besonderen Sprache: Sie ist direkt und wahrhaftig und berührt die Menschen bis heute.

Ada-Verena Gass, die seit 27 Jahren in Kirchwerder wohnt, widmet sich seit einiger Zeit dem Werk von Mutter und Sohn und vergleicht beide miteinander. Sie führt den Stil Wolfgang Borcherts auf die Rede- und Schreibweise seiner Mutter während seiner Kindheit zurück und findet Parallelen zwischen Herthas plattdeutschen Geschichten und Wolfgangs hochdeutschem Drama. Ada-Verena Gass zeigt uns einmal mehr die Kraft der plattdeutschen Sprache in ihrer Direktheit des Ausdrucks und beleuchtet, wie sie Wolfgang Borcherts Sprache beeinflusst hat.