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von Heidi Kabel
Zum Tode
von Heidi Kabel





Foto: Heidi Kabel

HEIDI KABEL
(27. August 1914 – 15. Juni 2010)

Heidi Kabel, die große alte Dame des Volkstheaters, ist tot. Es gibt nur wenige Menschen, die in ganz Deutschland quer durch alle Generationen so populär waren wie sie.
Wer in der Bundesrepublik über das Ohnsorg-Theater spricht, der hat auch meist ein Bild von ihr vor Augen. Denn Heidi Kabel und das Ohnsorg-Theater gehörten ihr ganzes Schauspielerleben zusammen. Auch als sie sich von der Bühne und aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hatte: Ihrem Theater fühlte sie sich weiterhin als Ehrenmitglied herzlich verbunden.

Geboren wurde Heidi Kabel am 27. August 1914 in der Hamburger Neustadt als Tochter des Druckerei-Besitzers Ernst Kabel. 1932 begleitete die damals 18-Jährige, die ursprünglich Pianistin werden wollte, eine Freundin zum Vorsprechen zu Richard Ohnsorg. Der erkannte ihr Talent sofort und engagierte sie an seine Niederdeutsche Bühne. Heidi Kabel spielte ihre erste Rolle in dem Stück "Ralves Carsten" und startete damit ihre einzigartige, fast fünfundsiebzigjährige Schauspiel-Karriere. Erst waren es nur die Hamburger Zuschauer der Niederdeutschen Bühne, die ihr beeindruckendes Theaterspiel bewundern konnten, aber ab 1954 durfte das Publikum in ganz Deutschland Vorstellungen des Ohnsorg-Theaters im Fernsehen miterleben. Und es gab keine zweite Schauspielerin, die sich in den folgenden Jahrzehnten mit so vielen wunderbaren Rollen in die Herzen der Fernsehzuschauer spielen konnte wie Heidi Kabel. Unvergessen z. B. ihre Meta Boldt in „Tratsch op de Trepp“ oder ihre Charakterstudie der Mudder Mews im gleichnamigen Schauspiel von Fritz Stavenhagen.

Im Verlauf ihrer Karriere wurde Heidi Kabel mit zahlreichen Preisen geehrt, darunter so populäre Auszeichnungen wie die Goldene Kamera oder das Bambi. 1985 erhielt sie die Biermann-Ratjen-Medaille des Senats der Freien und Hansestadt Hamburg und 1992 die Ohnsorg-Verdienstmedaille.

1937 heiratete Heidi Kabel den Schauspieler und späteren Intendanten des Ohnsorg-Theaters Hans Mahler. Aus ihrer Ehe gingen drei Kinder hervor. Tochter Heidi Mahler trat in ihre Fußstapfen und wurde ebenfalls eine erfolgreiche und populäre Schauspielerin.

Nachdem sich Heidi Kabel Ende der 90er Jahre von der aktiven Theaterarbeit zurückgezogen hatte, stand sie noch hin und wieder vor der Film- und Fernsehkamera. Ein letztes Mal 2006 gemeinsam mit ihrer Tochter Heidi Mahler in einer kleinen Rolle in dem Film „Hände weg von Mississippi“ des Regisseurs Detlev Buck.

Heidi Kabel starb am 15. Juni 2010, in einem Senioren-Wohnheim in Hamburg-Othmarschen. Wir trauern um eine großartige Schauspielerin, um eine wunderbare Kollegin und um einen einzigartigen Menschen.

Christian Seeler, Intendant des Ohnsorg-Theaters:
"Heidi Kabel hat Jahrzehnte lang auf der Bühne des Ohnsorg-Theaters gestanden und die Besucher begeistert. Die Zuschauer konnten sich mit ihren Bühnenfiguren identifizieren und mit ihnen lachen oder weinen. Ihre Glaubwürdigkeit in unzähligen Rollen musste sie nie herstellen, sie war immer da.
Durch ihr außergewöhnliches Talent, verbunden mit unermüdlicher Arbeit, war sie der Star des deutschen Volkstheaters.
Ihr Publikum hat ihr ein einzigartiges Attribut verliehen, das mehr bedeutet als jeder Preis und jede andere Auszeichnung: „Uns Heidi“. Ein liebevoller Ritterschlag – eine wunderbare Liebeserklärung.
Der Name Heidi Kabel und der Name des Ohnsorg-Theaters sind untrennbar miteinander verbunden."-





siehe auch unter

Heidi Kabel


Die Trauerfeier für Heidi Kabel fand am 25.6.2010 im Hamburger „Michel“ statt - unter größter Anteilnahme der Bevölkerung.
Ansprachen hielten Hamburgs Erster Bürgermeister Ole von Beust, NDR-Intendant Lutz Marmor, Hamburgs früherer Erster Bürgermeister Dr. Henning Voscherau und Ohnsorg-Intendant Christian Seeler. Heidi Mahler, die Tochter von Heidi Kabel, trug das Gedicht Harvst (Oktober) von Johann Hinrich Fehrs vor. Alexander Röder, Hauptpastor am Michel, und der ehemalige Michel-Hauptpastor Helge Adolphsen leiteten die Trauerfeier.
Den musikalischen Rahmen bildeten der Chor und das Orchester von St. Michaelis sowie Die Finkwarder Speeldee und Die Finkwarder Lütt Speeldeel. Unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Christoph Schoener führten Chor und Orchester des Michel u.a. Teile aus Mozarts Requiem auf.





3., 6. u. 8.9.: NDR-FS auf Kampnagel
Tratsch im Treppenhaus - es geht weiter
11. September: Tag der offenen Tür bei Ohnsorgs und Hamburger Theaternacht
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