1979 bis 1985:

Konrad Hansen - das zeitgenössische Volkstheater

Neuer Theaterleiter wurde ein Mann, der dem Haus längst kein Unbekannter mehr war: Konrad Hansen, seines Zeichens Autor und Leiter der Abteilung Heimatfunk bei Radio Bremen, der den Spielplan bereits als erfolgreicher Stückeschreiber bereichert hatte. Hansen genügte es nicht, die durchaus publikumswirksame Linie seiner Vorgänger fortzusetzen. Neben dem altbewährten Unterhaltungs-Theater sollte die Ohnsorg-Bühne mit zeitgenössischen Stücken in die Gegenwart geführt werden: Das Publikum sollte gleichermaßen die Möglichkeit zum Lachen und zum Nachdenken erhalten. Mit Hilfe des Theaterwissenschaftlers, Germanisten und Volkskundlers Ulf-Thomas Lesle, der als Dramaturg verpflichtet wurde, sollte das Konzept des „zeitgenössischen Volkstheaters“ durchgesetzt werden, und der Spielplan wurde mit neuen und kritischen Volksstücken „verjüngt“. Neben den bewährten Ohnsorg-Klassikern standen nun auch Stücke von John Steinbeck oder Fitzgerald Kusz auf dem Programm: Die neue Linie erntete viel Aufmerksamkeit in den Medien. Helmuth Kern, der ehemalige Hamburger Wirtschaftssenator und Chef der HHLA, wurde zum Vorsitzenden des Trägervereins gewählt, der 1984 Christian Seeler zum neuen Geschäftsführer machte. Mit den Inszenierungen von Goethes Faust – „Dat Speel vun Doktor Faust“ – und Shakespeares „König Lear“ – „De ole Lier“ - konnte die künstlerische Leitung Erfolge verzeichnen, die nicht nur von der regionalen und überregionalen Presse zur Kenntnis genommen wurden, sondern auch die Theaterfachleute beindruckten. 1985 verließ Konrad Hansen, der mit seinen Spielplänen in jedem Fall Maßstäbe setzen konnte, das Ohnsorg-Theater.