Über uns

DAS OHNSORG-THEATER TRAUERT UM HARTMUT CYRIACKS

HARTMUT CYRIACKS

28.07.1955 – 17.11.2022

Hartmut Cyriacks war ein Sprachkünstler und Sprachakrobat. Er liebte die plattdeutsche Sprache und verschrieb sich ihr während seiner gesamten beruflichen Laufbahn – als Dramaturg, Übersetzer, Autor, Sprecher und Sprachaktivist. Er kannte die plattdeutsche Sprache aus seinem familiären Umfeld und seiner Heimat und wurde schnell zum Plattexperten und Texteschmieder. Er hatte große Freude daran, mit der Sprache zu spielen, passende Sprachbilder zu finden und alles aus ihr herauszukitzeln, was nicht auf der Hand liegt.

Geboren wurde Hartmut Cyriacks am 28.07.1955 in Achim im Landkreis Verden in Niedersachsen, wo er ebenfalls seine Kindheit und Jugend verbrachte. In seiner Heimat lernte er auch seine Frau Christel Harasimowitsch kennen. Hartmut Cyriacks studierte Germanistik und Geschichte auf Lehramt in Braunschweig und absolvierte anschließend in Hamburg das Referendariat, ging dann jedoch nicht in den Schuldienst. Eine Beraterin im Arbeitsamt schlug ihm vor sich im Ohnsorg-Theater zu bewerben. So fing Cyriacks dort auf der eigens für ihn geschaffenen ABM-Stelle an. Schnell überzeugte er den damaligen Intendanten Walter Ruppel von seinem Können und wurde 1985 fester Dramaturg am Haus. Ein weiterer Dramaturg stieß hinzu und so begann eine jahrzehntelange Zusammenarbeit zwischen Hartmut Cyriacks und Peter Nissen, die bis zuletzt anhielt. 

1994 endete aufgrund des Intendantenwechsels für Hartmut Cyriacks wie für Peter Nissen die Zeit als festangestellte Dramaturgen am Ohnsorg-Theater. Sie entschieden, sich selbstständig zu machen und gründeten ihre Textmanufaktur in Ottensen, die sie fast 30 Jahre gemeinsam betrieben. Als Übersetzer- und Autorenduo übertrugen sie unzählige Theater- und Hörspieltexte ins Plattdeutsche und verliehen großen Helden der Literatur eine plattdeutsche Stimme: So erschienen zwei Bände von Harry Potter in ihrer Übersetzung, sechs Comic-Alben von Asterix und Obelix sowie Popeye. Auch die plattdeutsche Version der Drehbücher für die NDR Kult-Fernsehserie Neues aus Büttenwarder verantworteten Cyriacks und Nissen. Neben den Übersetzungen verfassten sie auch eigene Texte wie zum Beispiel Folgen für die Hörspielreihen Düsse Petersens und Die drei !!! nach der gleichnamigen Jugendbuchserie sowie mehrere plattdeutsche Sprachführer und Lehrbücher.

Ebenfalls 1994 hoben Cyriacks und Nissen die plattdeutschen Nachrichten auf NDR 90,3 (damals noch NDR Hamburg-Welle 90,3) mit aus der Taufe und waren dort bis 2012 als Sprecher aktiv. Auch für die Ausrichtung und Umsetzung des NDR-Erzählwettbewerb Vertell doch mal war Hartmut Cyriacks gemeinsam mit Peter Nissen federführend tätig. Die beiden lasen in den 33 Wettbewerbs-Jahren mehr als 60.000  plattdeutsche Kurzgeschichten, trafen die Vorauswahl für die Jury und begleiteten die Ehrung der 25 besten Geschichten in einer Anthologie sowie der besten fünf bei der Preisverleihung. 

1996 holte Ohnsorg-Intendant Christian Seeler die beiden Plattdeutsch-Perlen wieder ans Theater und so wurde Hartmut Cyriacks gemeinsam mit Peter Nissen freier Mitarbeiter für das Ohnsorg-Theater als Dramaturg, künstlerischer Berater und Plattdeutsch-Lehrer und war bis zuletzt auch unter der Leitung von Michael Lang in diesen Funktionen tätig. Bei keiner Theaternacht durfte Hartmut Cyriacks als Koberer vor dem Haus fehlen – mit seiner Leidenschaft fürs plattdeutsche Theater begeisterte er viele Zuschauerinnen und Zuschauer.

Für das Ohnsorg-Theater übertrug Hartmut Cyriacks gemeinsam mit Peter Nissen unzählige Stücke ins Plattdeutsche. Dabei ging es Cyriacks stets darum, mit der plattdeutschen Übertragung ein neues Kunstwerk zu schaffen, das für sich allein steht. Wichtig war ihm und seinem Kollegen auch, dass ein plattdeutsches Theaterstück für die Menschen aus unserer Zeit, die hier in der Gegend leben, funktioniert. So verlagerten sie beim Übertragen das eine oder andere Stück in den norddeutschen Sprachraum und passten auch den Sprachduktus an die Menschen im Norden an. Zwei Übersetzungen lagen Cyriacks besonders am Herzen: En Sommernachtsdroom nach William Shakespeare’s Midsummer Night’s Dream, mit dem das Ohnsorg-Theater 2011 das neue Haus am Heidi-Kabel-Platz eröffnete, und Ünner den Melkwoold, die plattdeutsche Übersetzung eines der wohl bekanntesten Hörspiele, Under the Milkwood von Dylan Thomas. Cyriacks bezeichnete beide Übertragungen als Vitalitätsprobe fürs Plattdeutsche. Sie gehören zu den herausragendsten Arbeiten von Cyriacks und Nissen.

Für ihre Tätigkeiten erhielten Cyriacks und Nissen bedeutende Auszeichnungen: 2003 wurde ihnen der Niederdeutsche Literaturpreis der Stadt Kappeln verliehen und 2012 der Quickborn-Preis der Niedersächsischen Sparkassenstiftung für besondere Leistungen auf dem Gebiet der niederdeutschen Sprache. 2014 erhielten sie den Fritz-Reuter-Preis der Carl-Toepfer-Stiftung für herausragende Leistungen auf dem Gebiet des Niederdeutschen und 2018 den Heinrich-Schmidt-Barrien-Preis.

Cyriacks hatte ein großes Verantwortungsgefühl für den Erhalt der Regionalsprache Plattdeutsch. Neben seiner Tätigkeit als Autor und Übersetzer engagierte er sich auch sprachpolitisch. Im Plattdüüschroot för Hamborg setzte er sich für die Interessen der Plattsprecherinnen und -sprecher der Stadt ein, in den letzten zwei Jahren auch als Sprecher. Ebenso vertrat er als Delegierter für Hamburg die Sprechergruppe auf Bundesebene im Bunnsraat för Nedderdüütsch. 

Cyriacks zweite Leidenschaft galt der Musik. Neben Konzertbesuchen war er auch selbst musikalisch aktiv und sang etliche Jahre in verschiedenen Chören.  Auch der Sport erfüllte ihn. Stets radelte er mit dem Fahrrad in die Textmanufaktur oder ins Theater, „vertagelte“ seinen Boxsack und widmete sich in seiner Freizeit der chinesischen Kampfkunst.

Am 17.11.2022 starb Hartmut Cyriacks unerwartet mit 67 Jahren. Wir sind bestürzt und traurig über den Verlust eines geschätzten Kollegen und Freundes und fühlen mit seiner Familie, insbesondere seiner Frau Christel und seinem Kompagnon und unserem Kollegen Peter.

Leve Hartmut, du warrst uns all düchtig fehlen. Wat du för’t Ohnsorg un för de Spraak daan hest, hoolt wi in Ehren un treckt den Hoot vör dien Wark – oder so as du jümmers seggt hest: „Chapeau!“. Wi hebbt di in uns Harten.

Dien Kolleginnen un Kollegen vun’t Ohnsorg

Grosses Haus

Seit über 100 Jahren gehört es als feste Institution zu Hamburg: das Ohnsorg-Theater. Nicht zuletzt Stars wie Heidi Kabel oder Henry Vahl machten das Haus über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt. Das aktuelle Ensemble und Gaststars sorgen, ebenso wie die regelmäßigen hochdeutschen Fernsehausstrahlungen des Norddeutschen Rundfunks, weiter dafür, dass die Popularität nicht abreißt. Von 1996 bis 2017 lenkte Intendant Christian Seeler die Geschicke des Hauses und präsentierte stets aufs Neue einen breit gefächerten, abwechslungsreichen plattdeutschen Spielplan. Mit der Spielzeit 2017/2018 hat Michael Lang, langjähriger Intendant der Komödie Winterhuder Fährhaus, die Intendanz des Ohnsorg-Theaters übernommen. Er beweist, dass Volkstheater keinesfalls nur platte Unterhaltung sein muss: Der plattdeutsche Spielplan – nur das Weihnachtsmärchen wird auf hochdeutsch gespielt – variiert vom Singspiel über Charakterkomödien bis hin zum ernsten Schauspiel. Natürlich kommen zudem die allseits beliebten Ohnsorg-Klassiker nicht zu kurz.

Seit August 2011 ist das Ohnsorg-Theater in seiner neuen Spielstätte zuhause: dem Bieberhaus am Heidi-Kabel-Platz 1, direkt am Hauptbahnhof, mitten im Herzen von Hamburg. Nach bis dahin 75 Jahren in den Großen Bleichen hat sich mit dem Umzug ins Bieberhaus ein lang gehegter Wunsch nach neuen künstlerischen Möglichkeiten erfüllt. Sehr gute Erreichbarkeit, bessere Platzverhältnisse, eine erstklassige technische Ausstattung und die zusätzliche Studiobühne bieten hervorragende Perspektiven. Der attraktive Theaterneubau mit seinen großzügigen Foyerflächen und modernster Technik begeistert das Publikum und auch die neue Gastronomie bietet zeitgemäßen Komfort.

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Ohnsorg Studio

Das Ohnsorg Studio befindet sich im 1. OG des Ohnsorg-Theaters am Heidi-Kabel-Platz 1. In der Spielzeit 2012/2013 hat das Ohnsorg-Theater das neue Studio eröffnet. Mit etwa 70 Plätzen erleben die Zuschauer im Studio Theater ‚hautnah’.

Auf dem Spielplan stehen Stücke, die gezielt ein junges Publikum ansprechen. Der Schwerpunkt liegt auf dem Kinder- und Jugendtheater – op Platt.

Plattdeutsch ist ein wichtiger Teil der norddeutschen Kultur und kann regionale Identität stiften, auch für nicht aktive Sprecher. Durch einen frischen und lebendigen Umgang mit der Sprache zeigen wir Kindern und Jugendlichen die Aktualität des Plattdeutschen und bringen ihnen die Sprache näher. Im Theater entstehen Fantasieräume, die den Zuschauern einen emotionalen Zugang zu den Stoffen ermöglichen. So kann es auch gelingen, eine Bindung zum Plattdeutschen aufzubauen.

Die Zuschauer werden auf spielerische Art und Weise an die Sprache herangeführt: Die Stücke werden zweisprachig aufgeführt, sodass die jungen Zuschauer problemlos der Geschichte folgen können und spielend die plattdeutsche Sprache entdecken. Begleitet werden die Inszenierungen durch theaterpädagogische Angebote wie Lehrerworkshops, Unterrichtsmaterialien, Probenbesuche und Nachgespräche.

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Gäste der aktuellen Spielzeit

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Team

Ansprechpartner_innen

Intendanz & Geschäftsführung
Michael Lang

dawert@ohnsorg.de

Kaufmännische Leitung und Prokurist
Jens Klein

klein@ohnsorg.de

Referentin der Intendanz & Leitung externe Veranstaltungen
Carina Dawert

dawert@ohnsorg.de

Künstlerisches Betriebsbüro & Disposition
Katrin Wölfle

woelfle@ohnsorg.de

Künstlerische Leitung
Großes Haus

Murat Yeginer

yeginer@ohnsorg.de

Assistenz der Künstlerischen Leitung Großes Haus
Gaia Molinari

molinari@ohnsorg.de

Dramaturgie
Großes Haus

Cornelia Stein

stein@ohnsorg.de

Technische Leitung
Lars Müller

mueller@ohnsorg.de

Leitung Vorderhaus und Gastronomie
Gerold Maier

maier@ohnsorg.de

 

Öffentlichkeitsarbeit / Marketing
Friederike Barthel

barthel@ohnsorg.de

 

Presse-, Öffentlichkeitsarbeit / Social Media
Leandra Staemmler

presse@ohnsorg.de

in Elternzeit: Christine Strüver

Leitung Vertrieb
Verena Kittsteiner

kittsteiner@ohnsorg.de

Assistenz Marketing, Vertrieb & Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Stefanie Müller

s.mueller@ohnsorg.de

FSJ Kultur
Lasse Thomsen

thomsen@ohnsorg.de

Verwaltung und Gruppenbuchungen
Melanie Faix / Bärbel Maack

verwaltung@ohnsorg.de

 

Künstlerische Leitung Ohnsorg Studio
Cornelia Ehlers

ehlers@ohnsorg.de

Theaterpädagogik/stellv. Ltg. Ohnsorg Studio
Julia Bardosch

Dramaturgie Studio und Sonderprojekte
Anke Kell

kell@ohnsorg.de

Team / Mitarbeiter_innen

Personalbüro & Buchhaltung
Frauke Elmers
Brigitte Techel

Abonnementbüro
Britta Dreyer

Theaterkasse
Birgitt Voigt (Leitung)
Jutta Carruthers
Birka Schaefer
Matthias Schley

Inspizienz & Regieassistenz
Katrin Brodale
Gaia Molinari 
Elena Pein
Christiane Richwien
Kristina Rindfleisch

Dramaturgie (Mitarbeit)
Hartmut Cyriacks
Peter Nissen

Regie
Julia Bardosch
Jasper Brandis
Frank Grupe
Meike Harten
Michael Koch
Kathrin Mayr
Milena Paulovics
Nora Schumacher
Michael Uhl
Gero Vierhuff
Murat Yeginer

Bühne & Kostüm
Sam Beklik
Marcel Franken
Andreas Freichels
Telse Hand
Christine Jacob
Stephanie Kniesbeck
Félicie Lavaulx-Vrécourt
Peter Lehmann
Britta Lindenstrauß-Buhrke
Andrea Oppenländer
Katrin Reimers
Anike Sedello
Krzysztof Sumera
Beate Zoff

Musik
Stefan Hiller
Jochen Klüßendorf
Mario Ramos

Choreografie
Larissa Potapov

Schneiderei
Krzysztof Sumera (Leitung)
Britta Lindenstrauß-Buhrke
Andrea Oppenländer
Petra Spitzmann

Requisite
Andrea von Rüsten (Leitung)
Nadine Ottenroth

Maske
Claudia Ruppelt (Leitung)
Kerstin Britz
Melina Lanz

Soufflage
Anna Lena Graff
Jutta Hohenstein
Monika Schulz
Jutta Schäm

Ankleidedienst
Sylke Biehl
Birgit Gruß
Claudia Hausberg
Irina Troitskaya
Helene Westermeier

Malsaal
Jasmin Höne (Leitung, in Elternzeit)
Kirsten Petersen
Ute Sinram
Anja Erdmenger

Meister für Veranstaltungstechnik & Tontechnik
Björn Striegnitz

Beleuchtung
Peter Schippke (Leitung)
Patrick Behrens
Florian Pflug
Jan Rodewald

Werkstätten / Bühnentechnik
Jonas Siebert (Leitung)
Maren Dierks
Marco Dreyer
Sven Krack
Jan Rosebrock
Konrad Sandig
Hauke Schonsky
Frank Skubel

Gastronomie/Vorderhaus
Gerold Maier (Leitung)
Anna-Bella Klüver (Schichtleitung)
Trung Anh Nguyen (Schichtleitung)
Radmila Sakan (Schichtleitung)
Sriyani Becker
Martina Berendsen
Till Evers
Annette Goltzsch
Petra Jahn
Ute Kalkbrenner
Jasmin Koß
Olga Kreinik
Martina Pflocksch
Carmen Schabelski
Flemming Skibbe
Martina Zwernemann
Eiko Rossbach
Birka Schaefer

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Förderkreis

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Das Ohnsorg-Theater fasziniert mit seinem vielfältigen Programm im Großen Haus und im Studio weit über die Grenzen Hamburgs hinaus. Das feste Ensemble und prominente Gäste präsentieren in jeder Spielzeit abwechslungsreiches Volkstheater.
Die Pflege der niederdeutschen Sprache, die Weiterentwicklung des Theaters und die Förderung junger Talente gehört dabei ebenso zu den Aufgaben des Ohnsorg-Theaters wie auch der konstante Ausbau der breit gefächerten Angebote im Bereich Kinder- und Jugendtheater.